Zwicky Nähseide und Nähfaden wurde über längere Zeit mit grossem Erfolg im In- und Ausland verkauft. In der Schweiz kannte jede Hausfrau den Namen Zwicky. Von Schweden bis Südafrika wurde die hohe Qualität des Schweizer Nähfadens geschätzt.
Der Regierungsrat des Kantons Zürich erteilt das Recht, das Wasser des Chriesbachs für den Betrieb einer Spinnerei zu nutzen. Bau eines ersten Kanals.
Ausbau der ersten Fabrikgebäude im Neugut zu einer Seidenzwirnerei mit angrenzendem Wohnhaus durch die Partner Hans Konrad Pestalozzi und Johann Kaspar Guggenbühl.
Bau eines erweiterten Fabrikkanals, der durch Wasser der Glatt alimentiert wird. Erweiterung des Fabrikensembles durch den Bau eines Farbhauses, in dem Baumwolle und Seide gefärbt werden, und der Errichtung eines „Kosthauses“, das den Arbeitern Wohnraum bietet.
Guggenbühl’s Sohn, Johann Jakob Guggenbühl ist nun alleiniger Eigentümer des Neuguts. Er erweitert den ursprünglichen Fabrikkomplex mit einem neuen Wohnhaus (heute Zwicky-Strasse 3). Auf dem linken Glattufer werden weitere Arbeiterwohnhäuser gebaut.
Ersatz der alten Holzbrücke, die über die Glatt führt, durch eine Eisenbrücke. Erweiterung des bestehenden Stalls mit Scheune zum Oekonomiegebäude mit Wohnhaus.
Schwiegersohn Fritz Zwicky-Guggenbühl (1853-1941) leitet das Unternehmen, das nun Zwicky heisst.
Der Fabrikkomplex wird mit der freistehenden Zwirnerei erweitert. Das imposante Gebäude, mit gelben Backsteinen gebaut, unterscheidet sich deutlich von den früheren grauen Färbereibauten.
Ernst Zwicky lässt die grosse, neuklassizistisch geprägte Fabrikantenvilla etwas abgerückt der Fabrikanlage, vom Architekten Erhard Gull erstellen.
Bau eines neuen Zwirnereigebäudes, da die Kapazität durch den erfolgreichen Export erweitert werden muss. Weitere Wohnbauten und ein Kindergarten werden erstellt.
Bau der Autobahn im Norden und Westen des Fabrikareals, alle umgebende Strassen werden erweitert. Eine Absenkung der Glatt führt zum Verlust der Wasserkraft.
Mit der Erstellung des S-Bahn Viadukts wird das Fabrikareal in zwei Teile zerschnitten, das Neugut wird von allen Seiten bedrängt.
Für die Nähfadenfabrik wird die Konkurrenz durch die Tieflohnländer immer grösser bis hin zu existenzbedrohend. Die Produktion in Wallisellen wird sukzessive reduziert und schliesslich stillgelegt. In die ehemaligen Färbereien ziehen Handwerker ein.
Die Zwicky & Co AG verkauft das Nähfadengeschäft an den deutschen Konkurrenten Gütermann & Co und leitet die Entwicklung des Industrieareals zum urbanen Quartier ein. Im ursprünglichen Fabrikgebäude entstehen Wohnungen und Lofts. In einer ersten grossen Bauetappe werden im Westen um das Ökonomiegebäude und im Norden am Chriesbach Zusatzbauten erstellt.
Die Glattalbahn, mit Haltestelle im Zwicky Areal, schliesst das ehemalige Fabrikareal an die weitere Umgebung, insbesondere an die Stadt Zürich und den Flughafen an. In einer zweiten Bauetappe werden weitere Fabrikgebäude saniert, der Chriesbach renaturiert und die Siedlung Zwicky-Süd erstellt. Ab 2016 beginnt die dritte Bauetappe mit ergänzenden Neubauten im Zwicky-Zentrum und der Erstellung des Waldhauses. Schliesslich entstehen auf der linken Seite der Glatt die Gebäude des Riedgartens.
Die ehemaligen Arbeiterwohnhäuser (genannt Kosthäuser) werden saniert. Die Glatt wird renaturiert. Mit der Neugestaltung des Glattufers samt einer breiten Treppe, die den Zugang zum Fluss erlaubt, wird die Umgebung aufgewertet. Der Zwicky-Platz wird mit einem Wasserbecken und umgebenden Pflanzen so gestaltet, dass die Erinnerung an den ehemaligen Fabrikkanal wach bleibt. Mit letzten Umgebungsarbeiten wird das Zwicky Areal 2025 fertiggestellt.
MZ, Zwicky & Co AG, 12.10.2025